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FORSCHEN - darüber, wie wir leben wollen und wie wir zusammen leben wollen. Wir leben in einer Welt in der die Wissenschaft immer mehr Einfluss auf öffentliche Meinung und politische Entscheidungen nimmt. Was können künstlerisch-wissenschaftliche Ansätze zu nachhaltigen Fragestellungen und Handlungsfeldern beitragen? Sie wollen das PROJEKT DES MONATS werden? So funktioniert's! >>

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DAS PROJEKT UND THEMA DES MONATS (Sep/Dez 2013):

»Ein Physiker, ein Soziologe und ein Künstler kommen in eine Bar... - was kann Humor in den verschiedenen Typologien interdisziplinärer Projekte bewirken?« Swen Seebach.
Der kommende Beitrag wird sich mit vier verschiedenen Formen der Interdisziplinarität (hierarchischer, symmetrischer, kollaborierender, und individueller Interdisziplinarität) auseinandersetzen. Die Basis dieser Reflektion über Interdisziplinarität sind die empirischen Beobachtungen an dem Workshop Synergy. mehr

»Die kulturelle Bedeutung der Interdisziplinarität im Kontext einer unnachhaltigen technisierten hyper-konsumorientierten Gesellschaft.« Roc Parés.
Wir leben in einer Zeit, in der kulturelle Praxen durch die Marktwirtschaft und mit Zustimmung öffentlicher Institutionen der Gesellschaft systematisch entzogen werden. Kunst und Wissenschaft sind entführt worden und werden der Gesellschaft in Form von konsumierbaren Geräten und militärischen Maschinenerzeugnisse zurückgegeben. (English) mehr

DAS PROJEKT DES MONATS: »Ein Physiker, ein Soziologe und ein Künstler kommen in eine Bar... - was kann Humor in den verschiedenen Typologien interdisziplinärer Projekte bewirken?«

Workshop Synergy: Interdisciplinary Practice and Theory, Hangar, Barcelona. 28. - 30. Juni 2013. (Photo: Stella Veciana).

 

 

 

 

 

Ein Physiker, ein Soziologe und ein Künstler kommen in eine Bar... - was kann Humor in den verschiedenen Typologien interdisziplinärer Projekte bewirken?

Der kommende Beitrag wird sich mit vier verschiedenen Formen der Interdisziplin-arität (hierarchischer, symmetrischer, kollaborierender, und individueller Interdisziplinarität) auseinandersetzen. Die Basis dieser Reflektion über Interdisziplinarität sind die empirischen Beobachtungen an einem interdisziplinären Workshop in HANGAR (Barcelona) im Juni 2013. Der Workshop, welcher im Rahmen eines europageförderten Projektes Soft Control stattfand, deutete auf einige interessante Dimensionen interdisziplinärer Arbeit hin und zeigte des weiteren, dass es nicht nur ein einziges Konzept zur Generierung  von Interdisziplinarität geben kann, so wie es nicht eine Interdisziplinarität, sondern mehrere Formen der Interdisziplinarität gibt.

Die Zusammenarbeit zwischen Disziplinen kann unter verschiedenen Umständen erfolgen und den interdisziplinär Arbeitenden verschiedene Formen von Macht geben und von Machtabgaben aufzwingen. Den daraus resultierenden Problemen gilt es bewusst entgegenzutreten. Sie müssen in der Planung und im Entwurf einer interdisziplinären Zusammenarbeit zum Thema gemacht werden, um möglichen späteren Vorhalten zuvorzukommen.

Die Vielschichtigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit ist gleichbedeutend, mit einer Vielzahl von Regeln für die Generierung von Interdisziplinarität, für die Erlangung interdisziplinärer Zusammenarbeit, für den Erfolg eines interdisziplinären Workshops. All dies hängt nicht an einem seidenen Faden, sondern an einem vieler möglicher Stränge, die zum »Erfolg« führen können. Jedoch kann man sich und wird sich dieser Beitrag die Frage stellen, welcher Strang zu welcher Form von Interdisziplinarität führen kann und was die möglichen Vorteile und Nachteile dieser verschiedenen Formen der Interdisziplinarität sind. Unterschiedliche Formen der Interdisziplinarität können große Arbeitsfortschritte erlauben, wenn sie richtig benutzt werden.

Im abschließenden Teil des Beitrags soll kurz auf das Thema des Humors als eine Form interdisziplinärer Kommunikation zu sprechen gekommen werden. Humor war ein bedeutsames Kommunikationselement im Workshop und dies nicht ohne Grund. Humor hat seinen Platz als geeignetes Kommunikationsmittel in fast allen Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit. Als ein Moment der möglichen gemeinsamen Grenzüberschreitung und Erfahrung gibt Humor in der interdisziplinären Zusammenarbeit die Möglichkeit eine gemeinsame Erfahrungswelt zu erlangen, Emotionen zu teilen und so eine Grundlage zu schaffen für Kommunikation in Bereichen, in welchen sonst Missverständnisse vorprogrammiert werden. Diese besondere »interdisziplinäre« Rolle des Humors soll genau betrachtet und analysiert werden.

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Autor: Swen Seebach - Politikwissenschaftsstudium an der Universität Leipzig, Philosophie – und Feminismusstudium an der Universität Sussex. Spezialisierung auf die Recherche von Emotionen und deren Bedeutung für das Weben sozialer Beziehungen. Derzeitige Recherchefokusse – Emotionen in Konsumpraxen und eine, auf Empirie basierende, Konzeptualisierung von Interdisziplinarität. Forscher im IN3 (Internet Interdisciplinary Institute). Mitarbeiter im Drittmittelprojekt Forms of Commitment in Love Relationships and the Expression(s) of Emotions in Times of Electronic Communication an der offenen Universität Kataloniens (UOC). Mitarbeiter in Projekten von HANGAR (Barcelona). mehr

DAS THEMA DES MONATS: »Die kulturelle Bedeutung der Interdisziplinarität im Kontext einer unnachhaltigen technisierten hyper-konsumorientierten Gesellschaft.« (English)

 

Fig.1: Die gesellschaftliche Rezeption von Kunst und Wissenschaft in den letzten zwei Jahrhunderte ist eindeutig dysfunktional. Roc Parés.

 

Fig.2: Das Fachwissen Modell, das Disziplinen trennt, sollte durch einen ganzheitlichen Ansatz ersetzt werden, der eine gerechte Verteilung der Ressourcen und die Interdisziplinarität fördert. Roc Parés.

The cultural relevance of Interdisciplinarity in the context of an unsustainable technified hyper-consumeristic society

We live in a time in which cultural practices are systematically expropriated from society by market economies with the consent of public institutions. Art and Science have been kidnapped and are returned to society in the form of commodities [1] gadgets and military machinery [2]. The new economical agents use creativity andy innovation as an added value to win a competitive advantage in their globalized market battlefield. Maintaining the ideals of the free creation as a form of critical action and social emancipation is, more than ever, a utopian resistance effort. In the last decades, across the world, many cultural agents who resist becoming accomplices, have held endless discussions, have written a number of green papers and have completed white papers [3] full of recommendations to policymakers which reclaim the public resources for research as a way to develop human knowledge with the maximum independence towards the market forces.

In general terms, public funding for research has been used for maintaining the status quo, looking for profitable short cycle transfer to industry, with a clear bias that privileges technology and asphyxiates art and other socially and environmentally responsible forms of knowledge production found in between traditional disciplinary organization in the academia. As a consequence, the social reception of the art and science of the last two centuries is clearly dysfunctional (fig. 1). Claiming for interdisciplinarity is a political task which implies urgent implementation of the demands which researchers (from all walks of live) have made to policymakers in order to force an equitable redistribution of resources (fig. 2). Failing to do so is not only stopping the plural and diverse development of knowledge but is also expelling some of the most creative, educated and ethically sound cultural agents from the public institutions.


1. “In a capitalist world, where the aim of everything is to accumulate capital, the role of images in the media, like television or Internet, is to make people consume." (source: Interview with Marc Augé. Text by Ignasi Aragay. Barcelona Metropolis. Autumn (October - December 2009)).

2. “The global financial and economic crisis resulted in many nations cutting back on all sorts of public spending, and yet military spending continued to increase. Only in 2012 was a fall in world military expenditure noted — and it was a small fall.” (source: http://www.globalissues.org/article/75/world-military-spending)

3. " White Paper on the Interrelation of Art, Science and Technology in Spain", Fundación Española para la Ciencia y la Tecnología, Madrid (FECYT) 2007.

© Roc Parés, 2013.

Author: Roc Parés - ist Künstler und Forscher der interaktiven Kommunikation. Seit 1995 Professor an der Universität Pompeu Fabra (UPF), Barcelona und Koordinator des Masterstudienganges Digitale Kunstmedien. Er ist Forscher der interaktiven Kommunikation des DigiDoc Group der UPF. Seine künstlerischen Arbeiten hat er unter anderen in der Fundació Joan Miró, Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB), dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofa (MNCARS), und dem Centro Cultural de Belém, die Tate Gallery, der Art Gallery of Ontario (AGO), National Museum of Photography, Film and Television (NMPFT), Centro Cultural de España in Mexico, Brandts Danmark und Ex Teresa Arte Actual, ausgestellt. Seine Forschungsartikel sind von der British Computer Society, Academic Press und MIT Press, unter anderen publiziert worden. mehr

 

DAS ARCHIV PROJEKTE und THEMEN des Bereiches FORSCHEN 2013

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DAS THEMA DES MONATS (Jan/Apr 2013): »Eine Forschungsagenda an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft?« Vom Forschungsagenda-Pionier Stephen Wilson zum SEAD-Netzwerk. Stella Veciana - Ein kurzer Einblick in die Forschungsagenda der »Information Arts« von Stephen Wilson und in die Weißbuch-Ausschreibung der SEAD, die einem neuen Forschungsplan auf der Spur ist, ansetzend an den Schnittstellen Wissenschaft, Technologie, Kunst & Design. mehr

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DAS PROJEKT DES MONATS (Mai/Aug 2013): »Das ganz Neue«. Miriam Wiesel, Axel Schmidt. - Welche sind die Hintergründe des gegenwärtigen Energieregime-wechsels auf der Erde? Der 23. Kreuzberger Salon-Abend widmet sich der Hypothese des Übergangs des Zeitalters des Holozäns zu dem des Anthropozäns. Bezugspunkt ist die Eröffnung der »Anthropozän-Projekts« im Haus der Kulturen der Welt Berlin. Der Kreuzberger Salon wurde von Miriam Wisel und Axel Schmidt 2010 gegründet und trifft sich monatlich, um über das Themenfeld Stadt >< Land zu diskutieren. mehr

DAS THEMA DES MONATS (Mai/Aug 2013): »Der Mensch im Mittelpunkt: Geologen spekulieren mit einem 'menschlich Neu gemachten' Zeitalter und das Haus der Kulturen der Welt mit einer neuen Forschungsagenda.« Stella Veciana. - Hat eine neues "Menschenzeitalter" begonnen und wenn ja, welche globale Konsequenzen sind dadurch zu erwarten? Seit Januar 2013 werden im HKW die ethischen, ästhetischen, politischen und ökonomischen Dimensionen des Anthropozäns diskutiert. Eine Reflexion darüber, was wir von dieser aus der Geologie entfachten Diskussion für unseren Alltag mitnehmen können bzw. welchen Beitrag diese These für eine nachhaltig orientierte Gesellschaft zu leisten vermag. mehr

DAS PROJEKT UND THEMA DES MONATS (Sep/Dez 2013):

Inter- und Transdisziplinarität: treibende Synergien in gemeinsamen Forschungsprojekten der Kunst und Wissenschaft
Wie können wir mit den Herausforderungen inter-und transdisziplinärer Forschung umgehen? Genau diese Frage stellten sich die Teilnehmer des Workshops Synergy: Interdisziplinäre Praxis und Theorie, unter der Leitung von Simon Penny, Roc Parés und Mara Balestrini. Der Workshop fand in HANGAR (Barcelona) vom 28. bis 30. Juni im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Soft Control statt. In diesem Bereich der Research Arts Plattform werden eine Reihe von Artikeln über Interdisziplinarität von den Teilnehmern und Leitern des Workshops vorgestellt.

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Ein Physiker, ein Soziologe und ein Künstler kommen in eine Bar... - was kann Humor in den verschiedenen Typologien interdisziplinärer Projekte bewirken?« Swen Seebach.
Der kommende Beitrag wird sich mit vier verschiedenen Formen der Interdisziplinarität (hierarchischer, symmetrischer, kollaborierender, und individueller Interdisziplinarität) auseinandersetzen. Die Basis dieser Reflektion über Interdisziplinarität sind die empirischen Beobachtungen an dem interdisziplinären Workshop Synergy, der in HANGAR (Barcelona) im Juli 2013 im Rahmen eines europageförderten Projektes Soft Control stattfand. mehr

»Die kulturelle Bedeutung der Interdisziplinarität im Kontext einer unnachhaltigen technisierten hyper-konsumorientierten Gesellschaft.« Roc Parés.
Wir leben in einer Zeit, in der kulturelle Praxen durch die Marktwirtschaft und mit Zustimmung öffentlicher Institutionen der Gesellschaft systematisch entzogen werden. Kunst und Wissenschaft sind entführt worden und werden der Gesellschaft in Form von konsumierbaren Geräten und militärischen Maschinenerzeugnisse zurückgegeben. (English) mehr

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