RESEARCH ARTS
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FORSCHEN - darüber, wie wir leben wollen und wie wir zusammen leben wollen. Wir leben in einer Welt in der die Wissenschaft immer mehr Einfluss auf öffentliche Meinung und politische Entscheidungen nimmt. Was können künstlerisch-wissenschaftliche Ansätze zu nachhaltigen Fragestellungen und Handlungsfeldern beitragen? Sie wollen das PROJEKT DES MONATS werden? So funktioniert's! >>

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DAS THEMA DES MONATS (Jan/Jun 2015): »Bottom-Up Geschichten nachhaltigkeitsorientierter partizipativer Forschung«

 


Prezi

Präsentation und Diskussion der Studie Bottom-Up Geschichten nachhaltigkeitsorientierter partizipativer Forschung. Prezi Präsentation, Stella Veciana und Claudia Neubauer. Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW, Berlin.

 

 

 

 

 

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Input „Anmerkungen zum Arbeitspapier: Wie partizipativ kann partizipative Forschung sein?“ von Dr. Carolin Schröder (Foto: Stella Veciana).

 

 

 

 

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Informelle Diskussionen der Teilnehmer/innen am Ende der Veranstaltung (Foto: Stella Veciana).

 

 

 

 

»Bottom-Up Geschichten nachhaltigkeitsorientierter partizipativer Forschung« Stella Veciana und Claudia Neubauer.


Nach knapp zwei Jahren Recherchen, haben im Oktober 2014 die Autorinnen Dr. Claudia Neubauer und Dr. Stella Veciana in Zusammenarbeit mit dem Projekt und der Plattform Forschungswende eine vorläufige Fassung der Studie „Bottom-Up Geschichten der Zusammenarbeit nachhaltigkeitsorientierter Wissenschaft mit Zivilgesellschaft“, fertig gestellt. Das vorläufige Arbeitspapier gibt Einblick in ausgewählte deutsche und europäische Projekte, die Wissenschaft mit und für die Gesellschaft gestalten. Es werden drei Thesen zur partizipativen Forschung für Nachhaltigkeit und Gemeinwohl aufgestellt. Im ersten Teil der Arbeit wird die partizipative Forschung in Deutschland eingeführt und im zweiten Teil ein Blick auf die europäischen Forschungsprogramme geworfen. Im dritten und vierten Teil wird exemplarisch auf zwei Projekte eingegangen: Ein Beispiel kommt aus Deutschland: KEBAP – Kultur Energie Bunker Altona Projekt e.V.. Ein weiteres Beispiel kommt aus Frankreich: Partizipative Pflanzenzüchtung und das Netzwerk Bäuerliches Saatgut.

Beide Projekte werden auf ihren jeweiligen Kontext, die Problemstellung, die Schlüsselakteure und Netzwerke, die gesellschaftliche Wirkung, die wissenschaftlich-zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit und den Partizipationsansatz diskutiert. Dabei geht es den Autorinnen nicht nur um den partizipativen Ansatz der Forschung, sondern auch um die Ausrichtung der gemeinsam durchgeführten Forschung im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung. „Nicht jede partizipative Forschung fördert gleichzeitig oder automatisch auch Nachhaltigkeit oder das Gemeinwohl. Zugleich verdeutlichen die aufgeführten Beispiele auch die Schwierigkeiten, die alle aktiven Mitgestalter dieser Shared Spaces erfahren.“ Neben dem Einblick in Hürden und Möglichkeiten der einzelnen Projekte, sammelt das Arbeitspapier Empfehlungen für die Entwicklung von Schnittstellen zwischen Forschung und Gemeinwohl, um die Forschungs-politik hin zu robusteren Lösungen für die Transformation auszurichten.

Am 1. Dezember 2014 fand in der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler ein partizipatives Resonanz-Fachgespräch zum Arbeitspapier statt. Zu dem Teilnehmer/innen gehörten Mitglieder der Good Practice Arbeitsgruppe der Plattform Forschungswende, Interviewpartner/innen und weitere Expert/innen, die direkt oder indirekt zur Studie beigetragen hatten. Insgesamt trugen über zwanzig Vertreter/innen aus den unterschiedlichsten Bereichen, Disziplinen und Interessensfeldern wie aus Umwelt, Energie und Gesundheit, aus der Organisationsentwicklung, dem Wissenschaftsjournalismus, der Ökodorfbewegung als auch aus der transdisziplinären Nachhaltigkeits-Wissenschaft und der EU-Forschungspolitik trugen dazu bei das Arbeitspapier weiterzuentwickeln und zu ergänzen. Dazu gehörten unter anderen Hannes Bever (netzwerk n), Dr. Thomas Bruhn (IASS), Martina Eick (UBA), Dr. Götz Harald Frommholz (dpart), Prof. Dr. Eberhardt Göpel (HoGe e. V.), Björn Huwe (Universität Potsdam), Kariin Ottmar (GEN Europe), Mario Parade (fabLab machBar, Wissenschaftsladen Potsdam e.V.), Lisa Pettibone (GEWISS, Museum für Naturkunde), Dr. Arnold Sauter (TAB, Deutscher Bundestag) und Dr. Gerd Stadermann (IÖW Fellow). Die Absicht der Autorinnen war es mit einem solchen partizipativen Prozess die inhaltliche Reflektion durch eine praktische Erfahrung zu bereichern.

Nachdem die Autorinnen einen Überblick über die Inhalte der Studie mittels einer dynamischen Prezi-Präsentation gaben, präsentierte Dr. Carolin Schröder (Bereichsleiterin Partizipation, TU Berlin) ihren Beitrag „Anmerkungen zum Arbeitspapier: Wie partizipativ kann eine partizipative Forschung sein?“, in dem sie einerseits direkt auf das Arbeitspapier einging und andererseits einen Bezug zu Fragen, die die Partizipative Forschung transversal durchziehen, wie z.B. Partizipationsprozesse und Rollen der einzelnen Akteure, herstellte. In der Diskussionsrunde wurden verschiedene Ansätze, Konzepte und Erfahrungen kritisch aufgeworfen, so unter anderem: die Reintegration durch Partizipation, die Ökonomie der partizipativen Forschung, die kritische Betrachtung der ZGO selbst, die Beziehungen zwischen technischen und sozialen Innovationen und die Akzeptanzbeschaffung gegenüber neuen Technologien. Während des Nachmittags stellten weitere eingeladene Referenten folgende Projekte vor:

  • Save our seeds:  Benedikt Haerlin (ZS-L) sprach verschiedene grundlegende Probleme in der Gestaltung von Landwirtschaft an, zum Beispiel Forschung für industrialisierte Landwirtschaft versus Forschung für Suffizienz-Landwirtschaft; die äußerst problematische Nutzung von Bottom-Up Ideologie in was Top-Down Prozesse sein sollten; die Frage nach einen Open-Source Konzept für Saatgut; die Herausforderungen, die die partizipative Pflanzenzüchtung an die klassische Agrarforschung stellt; und die Grundeinstellung zu Netzwerken zu erweitern, von menschlichen über pflanzliche, tierische, usw.
  • Kultur Energie Bunker Altona Projekt: Erfahrungen aus der Praxis: Heike Breitenfeld (KEBAP) und Angela Pohlmann (Universität Hamburg) stellten noch einmal das Projekt KEBAP aus eigenem Erleben vor. Ihre Überlegungen gingen in verschiedene Richtungen: möglichst viele Synergieeffekte zu erzielen, das Projekt KEBAP in eine lokale Ökonomie einzubinden; dass politisches Engagement und glaubwürdige Forschung durchaus zusammen gehen können; nicht wissenschaftlich standarisiertes Wissen benötigt heute institutionalisiertes Kapital, um anerkannt zu werden.
  • Wieder- und Weiterverwendung - partizipative Forschungsprojekte: Frank Becker (KUBUS, TU Berlin) ging auf die innovative Kraft lokaler Projekte ein, die durch entsprechendes Up-skaling Wirkung auf makro-ökonomischer Ebene erzielen könnten (u.a. die Wiedernutzung von Computern, urbane Landwirtschaft, nicht monetäre Austauschprojekte, Restholzverarbeitung und Weitererhaltungsnetzwerke).
  • Partizipative Gesundheitsforschung: Dr. Birgit Behrisch (IMEW) sprach von der Schwierigkeit und Bedeutung Vertrauen aufzubauen, gemeinsame Lernprozesse zu unterstützen und ein Forschungsprojekt zu entwickeln; von der Benachteiligung bestimmter sozialer Forschungsthemen, die durch alle Forschungsförderungsraster fallen, da sie an der Grenze zwischen den Bereichen der Sozial und Gesundheitsforschung angesiedelt sind.

Diese Projektvorstellungen führten zu einer weiteren angeregten Diskussion, bei der jede/r Teilnehmer/in eingeladen war, ein konkretes Feedback zu geben. Zur Sprache kamen: Vertrauen, Sinn und Wechselseitigkeit in Prozessen der partizipativen Forschung; Beziehung zum Alltagsleben der Menschen; intermediäre Vermittlungsstrukturen für eine Kontinuität des Austausches; Beziehung von Forschung und Wissensproduktion; inwiefern die Dualität zwischen praktizieren und analysieren aufgehoben und/oder erhalten werden muss. Es wurden auch neue Begrifflichkeiten vorgeschlagen, die die etablierten in Frage stellen, wie z.B. das Konzept der „Exzellenz“ durch „Brillanz“ zu ersetzen (in dem Sinne, dass ein Brillant transparent und reflexiv ist und viele Flächen hat, die für die unterschiedlichen Disziplinen stehen) oder Begriffe wie das des „Prismas“ vom UBA aufzunehmen. Ferner sollte der Terminus der Moderne durch den der Neuheitsideologie hinterfragt werden. Allgemein wurde von fast allen Teilnehmern/innen die Wichtigkeit von Orten der Begegnung und Austausches (shared spaces) betont. 

Martina Eick betonte in ihrem Input zum „Fazit: Governance und nachhaltigkeitsorientierte partizipative Forschung“ die Schwierigkeiten und fehlenden Spielräume bei der Förderung partizipativer Forschung und die Notwendigkeit der Unterstützung von mehr Orten des Austausches, u.a. um an der entsprechenden Umgestaltung des Förderdesigns gemeinsam zu arbeiten. Abschließend wurde über die Empfehlungen der Studie diskutiert. Die Diskussion zu den Empfehlungen warf noch weitere Fragen auf, unter anderem: Wie viel Förderung brauchen „radikale Nischeninnovationen“? Wie kann die heute existierende Spannung zwischen Projektförderung, Langfristigkeit und prekären Arbeitsverhältnissen aufgelöst werden? Was für Wissensmanagement brauchen wir für eine zukunftsfähige partizipative Forschung?

Insgesamt betrachtet ergab, die durch das Umweltbindesamt UBA ermöglichte Diskussionsveranstaltung, eine substanzielle Unterfütterung der Studie sowohl auf der theoretischen Ebene was die partizipative Forschung leisten kann, als auch auf der Ebene des Realitätschecks durch die vielen eingebrachten Beispiele und Erfahrungen der Teilnehmer/innen. Dies wird für die Fertigstellung der Studie aufgenommen, die voraussichtlich im April 2015 publiziert werden wird. Wünschenswert wäre es, Resonanz-Fachgespräche zu nachhaltigkeitsorientierter Studien würden grundsätzlich mitfinanziert und dadurch als ein Standard partizipativer Forschung anerkannt.

Zum Arbeitspapier: Bottom-Up Geschichten nachhaltigkeitsorientierter partizipativer Forschung

Zum Programm: Einladung 1. Dez. zur Präsentation und Diskussion des Arbeitspapiers „Bottom-Up Geschichten nachhaltigkeitsorientierter partizipativer Forschung

Claudia Neubauer

Dr. Claudia Neubauer - hat in Humangenetik promoviert und hat einen Master in Wissenschafts-journalismus. Sie ist Mitbegründerin und war jahrelange Leiterin der Fondation Sciences Citoyennes (allgemeinnütziger Verein ‘Stiftung Bürgerwissenschaften’), einer französischen non-for-profit Organisation, die die Demokratisierung von Wissenschaft und Technik anstrebt. Claudia Neubauer arbeitet seit 2014 als Programmverantwortliche in der Schweizer Stiftung Fondation Charles Léopold Mayer pour le progrès de l’homme. mehr

stella veciana

Dr. Stella Veciana - Studium der Experimentellen Kunst an der Universität der Künste in Berlin, Computer Arts an der School of Visual Arts in New York und Kulturpolitik&Management an der Universität Barcelona. Gastprofessur an der Fakultät der Bildenden Künste in Barcelona und Autorin von Online-Mastermodulen beim Postgraduierten Institut von Madrid. 2004 Promotion mit dem Titel "Research Arts: die Schnittstelle Kunst, Wissenschaft und Technologie als Wissens- und Handlungsfeld" an der Universität Barcelona. mehr


DAS ARCHIV PROJEKTE und THEMEN des Bereiches "Forschen" 2014

Workshop WIRKT
September 2014

DAS PROJEKT UND THEMA DES MONATS (Sep/Dez 2014):

Interdisziplinarität und Wissenstransfer in der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung
Welche Kontexte und Strategien erleichtern den Wissenstransfer? Welche Methoden und Evaluationssysteme für den interdisziplinären Wissenstransfer existieren bereits? Was für ein Wirtschaftsmodell und welche Werte stehen hinter kollektiver Wissensgenerierungsprozesse? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer des Workshops WIRKT: Interdisziplinarität und Wissenstransfer, unter der Leitung von Josep Perelló. Der Workshop fand in HANGAR (Barcelona) vom 9. bis 11. Juli im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Soft Control statt. Der Workshop ist auch eine Weiterentwicklung des Protokolls für interdisziplinäre Forschung des Workshops "Synergy: Theorie und interdisziplinäre Praxis", der in HANGAR im Sommer 2013 stattfand.

»Wissenstransfer, Kulturpolitik und Instrumente zur Förderung transdisziplinärer Forschungsgruppen« Tere Badia im Gespräch mit Stella Veciana.
Das Visual Art Centre HANGAR arbeitet daran eine Forschungsgemeinschaft an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft aufzubauen. In dem Interview spricht die Leiterin von HANGAR, Tere Badia, welche Rahmenbedingungen es dazu bedarf. mehr

»Soft Power. Ein Kulturprogramm zur Biotechnologie und zu Biopatente.« Maria ptqk.
Das Projekt hat Soft-Power versucht die Schnittstelle zwischen Biotechnologie und künstlerischen und kulturellen Praktiken zu untersuchen, sowie einen Raum für den Wissensaustausch und die öffentliche Debatte zu diesem Thema zu schaffen. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Ausdehnung der Bio-Patente gesetzt, was zu einer wachsenden Privatisierung der weltweit genetischen Ressourcen. Insbesondre, geht es um verschiedene Strategien, die von Künstlern und Aktivisten entwickelt wurden, um auf diese Entwicklung zu reagieren: offene Gen- und Bio-Datenbanken, Manifeste, öffentliche Lizenzen oder politische Instrumente wie die Commons oder der "gemeinsamen Erbe der Menschheit". In diesem Zusammenhang führen die indigenen und bio-zentrischen Konzepte der Pachamama oder Sumak Kawsay, eine Paradigmaverschiebung ein. bald mehr

ChallengeYasuni detail
May 2014

DAS PROJEKT DES MONATS (Mai/Aug 2014): »Konferenzen als Shared Spaces | Orte der Wissensintegration: Challenge YASUNI-ITT«
Stella Veciana
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Orte der Begegnung und des Austausches unterschiedlicher Expertisen und Wissensformen sind Konferenzen. In diesen bewegen sich jedoch zumeist mehr oder weniger geschlossene Wissenschafts- und Expertenkreisen, die einer Dimension der Wissensintegration mit praktischem und angewandten Wissen nicht gerecht werden. Wie könnte ein shared space, als ein Ort der Integration verschiedener Wissensformen und ein Ort der Begegnung für Vielfalt und Komplementarität neu gestaltet werden?

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Januar 2014

DAS PROJEKT DES MONATS (Jan/Apr 2014): »WHY CULTURE MATTERSSteffi Ober.
Um eine gemeinsame Vorstellung davon zu entwickeln, wie eine nachhaltige Zukunft aussehen kann, nutzen die Nachhaltigkeitswissenschaften inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze - ausgehend von der Erkenntnis, dass die Welt zu komplex, dass nur, wenn die Disziplinen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Politik und Zivilgesellschaft in einander greifen, das „vernünftige Ganze“ aufscheinen und handlungsleitend werden kann. Dazu bedarf es einer neuen Kultur in den etablierten Wissenschaftsorganisationen von der Deutschen Forschungsgesellschaft bis zum Bundesministerium für Forschung und Bildung. Transdisziplinäre Ansätze finden sich dort in der Entwicklung von Forschungsprogrammen, Begutachtung von Forschungsergebnissen, der Suche nach den geeigneten Projekten selte
n bis nie.

»Plädoyer für eine Kultur der Kommunikation und der Selbstreflektion in der WissenschaftStella Veciana.
Wie kann eine Kultur der Selbstreflektion in die etablierten Wissenschaftsorganisationen eingeführt und eine wechselseitige Kommunikationskultur zwischen Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt werden? mehr

DAS ARCHIV PROJEKTE und THEMEN des Bereiches FORSCHEN 2013

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DAS THEMA DES MONATS (Jan/Apr 2013): »Eine Forschungsagenda an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft?« Vom Forschungsagenda-Pionier Stephen Wilson zum SEAD-Netzwerk. Stella Veciana - Ein kurzer Einblick in die Forschungsagenda der »Information Arts« von Stephen Wilson und in die Weißbuch-Ausschreibung der SEAD, die einem neuen Forschungsplan auf der Spur ist, ansetzend an den Schnittstellen Wissenschaft, Technologie, Kunst & Design. mehr

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DAS PROJEKT DES MONATS (Mai/Aug 2013): »Das ganz Neue«. Miriam Wiesel, Axel Schmidt. - Welche sind die Hintergründe des gegenwärtigen Energieregime-wechsels auf der Erde? Der 23. Kreuzberger Salon-Abend widmet sich der Hypothese des Übergangs des Zeitalters des Holozäns zu dem des Anthropozäns. Bezugspunkt ist die Eröffnung der »Anthropozän-Projekts« im Haus der Kulturen der Welt Berlin. Der Kreuzberger Salon wurde von Miriam Wisel und Axel Schmidt 2010 gegründet und trifft sich monatlich, um über das Themenfeld Stadt >< Land zu diskutieren. mehr

DAS THEMA DES MONATS (Mai/Aug 2013): »Der Mensch im Mittelpunkt: Geologen spekulieren mit einem 'menschlich Neu gemachten' Zeitalter und das Haus der Kulturen der Welt mit einer neuen Forschungsagenda.« Stella Veciana. - Hat eine neues "Menschenzeitalter" begonnen und wenn ja, welche globale Konsequenzen sind dadurch zu erwarten? Seit Januar 2013 werden im HKW die ethischen, ästhetischen, politischen und ökonomischen Dimensionen des Anthropozäns diskutiert. Eine Reflexion darüber, was wir von dieser aus der Geologie entfachten Diskussion für unseren Alltag mitnehmen können bzw. welchen Beitrag diese These für eine nachhaltig orientierte Gesellschaft zu leisten vermag. mehr

DAS PROJEKT UND THEMA DES MONATS (Sep/Dez 2013):

Inter- und Transdisziplinarität: treibende Synergien in gemeinsamen Forschungsprojekten der Kunst und Wissenschaft
Wie können wir mit den Herausforderungen inter-und transdisziplinärer Forschung umgehen? Genau diese Frage stellten sich die Teilnehmer des Workshops Synergy: Interdisziplinäre Praxis und Theorie, unter der Leitung von Simon Penny, Roc Parés und Mara Balestrini. Der Workshop fand in HANGAR (Barcelona) vom 28. bis 30. Juni im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Soft Control statt. In diesem Bereich der Research Arts Plattform werden eine Reihe von Artikeln über Interdisziplinarität von den Teilnehmern und Leitern des Workshops vorgestellt.

»Was meinen wir mit Interdisziplinarität und warum machen wir uns darüber Gedanken?«
Simon Penny.
Interdisziplinarität ist ein Thema, das rund um Pädagogik und Forschung kreist; es ist modisch geworden und wird als Quelle von Innovation gelobt. Leider wird der Begriff häufig in Initiativen genutzt, die den Begriff nur in begrenzter oder sogar kontra-produktiver Art und Weise nutzen. Die erste Frage, die bei einem solchen Vorhaben daher gefragt werden muss, ist, warum und zu welchem Zweck der Begriff eigesetzt wird. (English) mehr

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Ein Physiker, ein Soziologe und ein Künstler kommen in eine Bar... - was kann Humor in den verschiedenen Typologien interdisziplinärer Projekte bewirken?« Swen Seebach.
Der kommende Beitrag wird sich mit vier verschiedenen Formen der Interdisziplinarität (hierarchischer, symmetrischer, kollaborierender, und individueller Interdisziplinarität) auseinandersetzen. Die Basis dieser Reflektion über Interdisziplinarität sind die empirischen Beobachtungen an dem interdisziplinären Workshop Synergy, der in HANGAR (Barcelona) im Juli 2013 im Rahmen eines europageförderten Projektes Soft Control stattfand. mehr

»Die kulturelle Bedeutung der Interdisziplinarität im Kontext einer unnachhaltigen technisierten hyper-konsumorientierten Gesellschaft.« Roc Parés.
Wir leben in einer Zeit, in der kulturelle Praxen durch die Marktwirtschaft und mit Zustimmung öffentlicher Institutionen der Gesellschaft systematisch entzogen werden. Kunst und Wissenschaft sind entführt worden und werden der Gesellschaft in Form von konsumierbaren Geräten und militärischen Maschinenerzeugnisse zurückgegeben. (English) mehr

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