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FORSCHEN - darüber, wie wir leben wollen und wie wir zusammen leben wollen. Wir leben in einer Welt in der die Wissenschaft immer mehr Einfluss auf öffentliche Meinung und politische Entscheidungen nimmt. Was können künstlerisch-wissenschaftliche Ansätze zu nachhaltigen Fragestellungen und Handlungsfeldern beitragen? Sie wollen das PROJEKT DES MONATS werden? So funktioniert's! >>

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DAS PROJEKT UND DAS THEMA DES MONATS (Mai/Aug 2013):

"Das ganz Neue".
Axel Schmidt, Miriam Wiesel. mehr
Axel Schmidt und Miriam Wiesel sind Gründungsmitglieder des Instituts zur Entwicklung des ländlichen KulturRaums, Baruth/Mark (seit 2004), und Initiatoren des Kreuzberger Salons (seit 2010).
"Der Mensch im Mittelpunkt". Stella Veciana. mehr
Geologen spekulieren mit einem 'menschlich Neu gemachten' Zeitalter und das Haus der Kulturen der Welt mit einer neuen Forschungsagenda.

DAS PROJEKT DES MONATS: "Das ganz Neue"

anfang

Kreuzberger Salon 23 | Das ganz Neue, Salonabend am 14. Januar 2013.

 

 

KreuzbergerSalon

Der Kreuzberger Salon wurde von Miriam Wiesel und Axel Schmidt im November 2010 gegründet. Der Salon widmet sich dem Themenfeld Stadt >< Land.

 

 

"Das ganz Neue"

»… da stehen Sätze wie von Robert Scott in seinem letzten Biwak.
Dabei regnet es bloß.«
Max Frisch, Der Mensch erscheint im Holozän[1]

Das Holozän (griech. ὅλος, »ganz, völlig«, und καινὀς, »neu«) ist das Erdzeitalter, das vor etwa 12.000 Jahren mit einer relativ schnellen Erwärmung des Klimas begann. Menschheitsgeschichtlich vollzog sich dabei der Übergang von eiszeitlichen Jägern und Sammlern zu Sesshaftigkeit und Agrikultur. Dieser mitunter »neolithische Revolution« genannte Vorgang war kontingent, das heißt, er geschah in mehreren Teilen der Welt unabhängig voneinander mit der Kultivierung unterschiedlicher Getreide.

Der nächste Energieregimewechsel aber – vom agrikulturellen Solarenergiesystem hin zu fossilen Energieträgern – ereignete sich als europäischer Sonderweg. Er begann ohne äußere klimageschichtliche Veranlassung von England ausgehend um 1800
mit der sogenannten »industriellen Revolution«. Es erscheint müßig, darüber zu spekulieren, ob andere Kulturen auf der Welt von sich aus eine ähnliche oder alternative Entwicklung genommen hätten. Zu schnell hat der Westen, aufbauend auf dem Kolonialsystem, den Rest in seinen industriellen Stoffwechsel miteinbezogen.

Unabhängig davon, dass ein Wohlstand für alle nach westlichem Modell nicht realisierbar ist, gehen die Auswirkungen des Industriesystems bereits jetzt zu weit. Schon 1989 schrieb der Historiker Rolf Peter Sieferle:

»Aus der heutigen Perspektive kann man die naive Frage stellen, ob denn eigentlich zu jener Zeit, als sich das moderne Industriesystem formierte, jemand bemerkt hat, daß dabei eine Schwelle im Verhältnis zur Natur überschritten wurde, jenseits deren sich die Menschheit in eine Zone der Gefahr begibt? Oder steckten die Zeitgenossen im 19. Jahrhundert in einer solchen Fortschrittseuphorie, daß sie sich die ›Kosten‹ des Fortschritts nur als etwas Punktuelles vorstellen konnten, als allein ›sozial‹ bedingt und somit prinzipiell lösbar? Gab es Möglichkeiten, den Vorgang der Industrialisierung und Modernisierung als fundamental selbstdestruktiv zu sehen?«[2]

Dass die Menschheit der prägende Faktor der Naturgeschichte, eine »tellurische Macht« ist, hat den italienischen Geologen Antonio Stoppani 1873 dazu geführt, emphatisch die »Ära des Anthropozäns« auszurufen. Gerade dieser Begriff erlebt seit
einigen Jahren eine Renaissance, wenn auch nicht mit positivem Vorzeichen. Grundlage für diese Hypothese sind heute naturwissenschaftliche Messdaten, die die globale Relevanz – also die negativen Folgen – der menschlichen Kultur belegen.

Der niederländische Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen hält es deswegen für »angemessen, die gegenwärtige, vom Menschen geprägte geologische Epoche als ›Anthropozän‹ zu bezeichnen«.[3] Als Atmosphärenchemiker ist er ein Pionier in
der Erforschung der zerstörerischen Wirkung anthropogener Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) auf die Ozonschicht, das Schutzschild der Erde. Seine Forschung trug entscheidend dazu bei, dass der Ausstoß dieser Gase reduziert wurde. Seither schließt sich das Ozonloch wieder. »Ich kann nur feststellen, dass wir ziemliches Glück hatten«,[4] stellte Crutzen im Nachhinein fest.

Das Problem, dass die Menschheit fähig ist, die Deponie- und Absorptionskapazität der Natur zu überschreiten, bleibt. Andererseits reicht ihre Macht wohl nicht aus, sämtliche Folgen zu neutralisieren. Damit gibt es kein Außen mehr. Die große Trennung zwischen Subjekt und Objekt, Mensch und Natur, wie sie seit Descartes gegolten hat, ist als Konzept nicht mehr haltbar.

Vor diesem Hintergrund zeichnen sich heute zwei Programme ab. Zum einen die Ökumene. Eine idealistische Variante, die auf vormoderne Ökonomien des Gemeinschaftlichen (der europäischen Allmende, den außereuropäischen Tauschökonomien und anderen anthropologischen Einsichten aus dem Kolonialismus etc.) zurückgreift. Und eine realistische Variante, bei der ein privilegierter Teil der Menschheit an der Sicherung von Ressourcen und Räumen, gated communities und Klimakapseln arbeitet.

1. Max Frisch, Der Mensch erscheint im Holozän, Frankfurt am Main 1981, S. 29.
2. Rolf Peter Sieferle, Die Krise der menschlichen Natur. Zur Geschichte eines Konzepts, Frankfurt am Main 1989, S.
12.
3. Paul J. Crutzen, »Die Geologie der Menschheit«, in: Paul J. Crutzen, Mike Davis, Michael D. Mastrandrea, Stephen H.
Schneider, Peter Sloterdijk, Das Raumschiff Erde hat keinen Notausgang. Energie und Politik im Anthropozän, Berlin
2011, S. 7.
4. Paul J. Crutzen, zitiert nach: Christian Schwägerl, Menschenzeit. Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten, München 2010, S. 16..

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stella veciana

Autorin: Miriam Wiesel- Studium der Kunstgeschichte in Frankfurt am Main, seit 1991 in Berlin als Redakteurin und Lektorin (u.a. Scalo Verlag). Mitarbeit u. a. bei verschiedenen Kunst- und Kulturzeitschriften (Wolkenkratzer Art Journal, Der Alltag, Parkett), bei Projekten wie Schrumpfende Städte (2003-2005), Berlin Biennale 1 (1998) und Berlin Biennale 7 (2012). Herausgeberin des Katalogs Berlin/Berlin (1998) der 1. Berlin Biennale (mit Klaus Biesenbach, Hans Ulrich Obrist, Nancy Spector) und von Children of Berlin, P.S. 1 (1999). mehr

stella veciana

Autor: Axel Schmidt - Studium von Germanistik/Philosophie (Promotion Tropen der Kunst, 1991) und Kunst (Film sowie Kochen als Kunstgattung bei Prof. Peter Kubelka, Städelschule, Staatliche Hochschule für Bildende Künste, 1985-1991) in Frankfurt am Main. Teilnahme an verschiedenen Filmprogrammen, u.a. in Frankfurt am Main, Berlin, Chicago und Tokio, sowie Autor und Herausgeber mehrerer Fotobände zu Paul Almasy und Daniel Frasnay. mehr

 

DAS THEMA DES MONATS: "Der Mensch im Mittelpunkt"

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"Ist das Anthropozän gerecht?" Plakat des "Anthropozän-Projekts" des Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2013.

 

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Will Steffen. Keynote "The Anthropocene. Where on Earth Are We Going?", HKW, 10. Januar 2013.

„Das Anthropozän-Projekt. Kulturelle Grundlagenforschung mit den Mitteln der Kunst und der Wissenschaft“ (10.01.2013-31.12.2014) ist eine Initiative des Hauses der Kulturen der Welt in Kooperation mit Max-Planck-Gesellschaft, Deutschem Museum, Rachel Carson Center for Environment and Society, München und Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam.

 

hkw_podium Einführung in das "Athropozän-Projekt", Bernd Scherer (HKW) und Jürgen Renn (MOIWG).

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"Open: Planetary Opportunities and Planetary Boundaries", Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

hkw_podium2Fifth Geneva Convention Projekt. "What is Violence After Nature?" Centre for Research Architecture, London.

hkw_dastonProlog "Objects: Rock and a Floppy Disk", Lorraine Daston, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG).

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"Metabolic Kitchen: Time to Cook", raumlaborberlin, Foyer HKW.

Eröffnung des "Anthropozän-Projekts", Haus der Kulturen der Welt, Berlin, am 10. Januar 2013.

 

 

 

 

 

 

 

KreuzbergerSalon

Der Kreuzberger Salon wurde von Miriam Wisel und Axel Schmidt 2010 gegründet und widmet sich dem Themenfeld Stadt >< Land.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eröffnung der Ausstellung "The Whole Earth. Kalifornia und das Verschwinden des Aussen" im Rahmen des "Anthropozän-Projekts", Haus der Kulturen der Welt, Berlin, am 25. April 2013.

 

 

"Der Mensch im Mittelpunkt": Geologen spekulieren mit einem 'menschlich Neu gemachten' Zeitalter und das Haus der Kulturen der Welt mit einer neuen Forschungsagenda.

"Ist das Anthropozän gerecht?", fragt das bunte Plakat des Haus der Kulturen der Welt. "Was soll denn das heißen?", wunderte sich bestimmt mehr als ein Passant. Das Plakat wirbt für das "Anthropozän-Projekt" – ein zweijähriges Unterfangen, das am 10. Januar 2013 im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin eröffnet wurde. Der wissenschaftlich umstrittene Begriff des Anthropozäns (griech. ánthropos, "Mensch", und καινὀς, "neu") meint eine Epoche, die das "menschlich Neu gemachte" in den Mittelpunkt stellt. Laut Programmheft sei die Kernthese: „Der Mensch formt die Natur.“[5] Daraus folge, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem der Mensch sich über Jahrhunderte von der Natur als bloße Ressource bedient habe, ohne sich selbst dabei als Akteur im Erdsystem miteinzubeziehen. Was der gemeine Bürger von dieser aus der Geologie entfachten Diskussion für seinen Alltag mitnimmt bzw. welchen Beitrag diese These für eine zukünftig nachhaltiger agierende Gesellschaft zu leisten vermag, werden wir im Folgenden aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Die allgemeine Bekanntheit der Geologie ist stark an das Bild der Dinosaurier und an die Geschichte ihres plötzlichen Untergangs gebunden. Die künstlerische Übertragung paläontologischer Forschung in Science-Fiction-Filmszenarien hat zweifelsohne die Phantasie und Neugier nicht nur unzähliger Kinder angefacht. Die Stratigraphie (Schichtenkunde) dagegen, die mit einer allgemein gültigen Zeitskala die geologischen Prozesse und Ereignisse der Vergangenheit der Erde datiert, hat bisher kaum von sich Reden gemacht. Dies könnte sich aber mit einer gesellschaftlichen Debatte um den Begriff des Anthropozäns ändern. Werden sich die Auswirkungen des menschlichen Handelns durch Artensterben, Abwurf von Atombomben oder Atomkraftwerkunfällen zu einer eigenen eindeutig bestimmbaren Sedimentschicht verdichten? Hat dieser Prozess nachweislich mit dem Industriezeitalter, mit dem Abwurf der ersten Atombombe 1945 oder noch überhaupt nicht begonnen? Kann eine bisher vergangenheitsorientierte Zeitskala glaubwürdige Zukunftsmodelle entwickeln? Denn diese werden gebraucht, will man eine durch menschliches Tun zukünftig sich noch weiter zu bildende Sedimentschicht nachweislich voraussagen.

Gegenwärtig wird für die These des Anthropozäns von der „Subcommission on Quaternary Stratigraphy“nach Beweisen gesucht, die in letzter Instanz von der „International Commission on Stratigraphy“ überprüft und abgesegnet würden. Noch befinden wir uns, und das seit etwa 11.000 Jahren, im Holozän, „das völlig Neue“ Zeitalter (griech. ὅλος, »ganz, völlig«, und καινὀς, »neu«). „Die Debatte innerhalb der Geologie ist ein langwieriger bürokratischer Prozess mit vielen internen Querelen um wissenschaftlich begründbare Evidenzen“, bestätigt uns Jan Zalasiewicz[6] während der Eröffnung. Doch was bedeutet es für einen sich in der Naturwissenschaft noch zu behauptenden Begriff, wenn er bereits vor seiner Etablierung in einer öffentlichen geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Debatte eingeführt wird? Werden sich die Bilder eines „Menschenzeitalters“ zu einer Blüte künstlerischer Inspiration verdichten, wie die Bilder der Dinosaurier, die die Phantasie der Menschen anregt?

Während der viertägigen Eröffnung im HKW wurden die ethische, ästhetische, politische und ökonomische Dimension des Anthropozäns diskutiert. Wir werden insbesondere auf die Perspektive der Gerechtigkeit und die möglichen politischen Konsequenzen eines „Menschenzeitalters“ eingehen. Zuvor, ein vielsagendes Beispiel zur medialen Rezeption des Begriffs, der durch ein in der ZEIT[7] veröffentlichtes Gespräch mit dem Geobiologen und Mitinitiator des Projekts, Reinhold Leinfelder, ausgelöst wurde. Ein Leser wirft dem Interviewer mangelnde Recherche und Leinfelder Inkompetenz vor, da sie den Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen[8] als denjenigen erwähnen, der als Erster den Begriff geprägt hätte, und verweist auf Wikipedia, wo Antonio Stoppani als Urheber des Begriffs gilt. Zwei Tage später antwortet die ZEIT mit einer Herkunftserklärung[9] des Begriffs, Crutzen würde mit Anthropozän nur eine Epoche und Stoppani eine ganze Ära („Anthropozoikum“) bezeichnen. Auch Leinfelder lässt diese Kritik nicht auf sich sitzen und erwidert elf Tage später auf seinem Blog mit einer noch detaillierteren Darstellung der Begriffsherkunft, wobei er Crutzen die richtige geochronologische Hierarchieebene und die Erfassung des großen Potentials des Begriffs als neue Epoche bescheinigt.[10]

Was dieses Beispiel spannend macht, ist der offene Beteiligungsprozess zur Begriffsdebatte, der „Open Access“. Wir können den Kampf um die Definitionsmacht zwischen Wissenschaftler, Journalisten, Wikipedia-Autoren und Bürger öffentlich nachvollziehen und gegebenenfalls auch mitmachen. Anerkannte Wissenschaftler nehmen sich heute die Zeit, ihre Recherchen vor interessierten Bürgern zu rechtfertigen. Das wäre vor einigen Jahrzehnten undenkbar gewesen. Es hinterfragt das Privileg der Wissenschaft als selbstreferentieller „Gate-keeper“ von WissenEs hinterfragt die Wissenschaft, die keine gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Inwieweit dieses Eingehen auf die Kritik von Einzelnen in den Medien tatsächlich das Wissenschaftssystem bzw. die Machverhältnisse um „anerkanntes Wissen“ in der Gesellschaft verändern wird, ist eine andere Frage.

Kommen wir zurück zur Veranstaltung, die sich unter der „thematischen Insel Oikos“ (altgr. οΐκος; Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft, die Begriffe Ökonomie und Ökologie sind davon abgeleitet) den politischen Konsequenzen des Anthropozäns widmet: „Was bedeutet der Begriff des Anthropozäns für Themen wie Nachhaltigkeit, Ressourcenmanagement und good governance?“ Die lebhafte Diskussion, mit Teilnehmern aus den Sozial- und Kulturwissenschaften[11] beginnt Paulo Tavares mit dem Beispiel der geplanten Reform der nationalen Forstpolitik[12] in Peru, ein Land in Besitz von einem Viertel der Tropenwälder des Planeten. 1975 führte das „Gesetz über Wälder und Wildpflanzen“ eine Neudefinition der „Nationalen Wälder“ ein. Nach Tavares wurde hier der legale Status von Land so umdefiniert, dass sich z.B. der Amazonas zu einer ökonomisch gesteuerten Kartographie verwandeln ließ. Der Widerstand gegenüber dem neuen Gesetz entstand insbesondere durch „zwei Dekrete, mit denen der Verkauf von gemeinschaftlichem indigenen Land – sprich: die Privatisierung – sowie dessen Umwidmung zugunsten landwirtschaftlicher Nutzung durch InvestorInnen vereinfacht werden sollte“[13].

In diesem Zusammenhang verweist Christina von Braun auf die Geschichte der Privatisierung von Land seit dem 17. Jhd., wie sie vom Wirtschafts-historiker Karl Polanyi in „The Great Transformation“[14] analysiert wird. Die landlosen Menschen können seit der Industrialisierung nur noch ihre eigene Arbeitskraft, letztlich ihren eigenen Körper verkaufen und das würde sich heute immer deutlicher im „Biokapitalismus“ des Anthropozäns widerspiegeln. Der Wohlfahrtsstaat würde letztlich nur versuchen, die Konsequenzen dieser Industrialisierung zu lindern. Um dieser Entwicklung Abhilfe zu schaffen, bräuchte es eine neue Biopolitik, z.B. eine Charta zum Schutz der Natur, die dem kapitalistischen Ansatz „wir machen die Natur besser“ entgegenwirkt. Der biopolitische Diskurs müsse davon geprägt sein, dass wir uns als „eigene Spezies unter anderen Spezies“ bewusst seien, dass wir andere Spezies als eigene Subjekte mit ihren eigenen Rechten verstehen. Es ginge also darum, den epistemischen Rahmen selbst, mit dem wir das Leben definieren, neu zu denken.

Ein weiteres spannendes Beispiel zur Rezeption des "Anthropozän-Projekts" ist der Kreuzberger Salon in Berlin, der von Miriam Wiesel und Axel Schmidt gegründet wurde. In seiner 23. Gesprächsrunde "Das ganz Neue" reflektieren an die fünfzehn Salon-TeilnehmerInnen über die Entwicklungsgeschichte, zum einen der Ökonomisierung der Natur, zum anderen der Trennung zwischen Kultur und Natur. Schmidt beginnt den Abend mit einem audiovisuellen Input. Er stellt unsere heutige Naturvorstellung vor dem historischen Hintergrund der "industriellen Revolution" und der Durchsetzung der Idee des "Freien Marktes". Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft wächst das bürgerliche Interesse neue Märkte zu erobern, da sie die Überschüsse an Produktion abzusetzen suchen. Der vermeintliche ‚Fortschritt des Westens' hätte bereits damals zu Verlusten in der Pflanzenvielfalt geführt. Jedoch vermochte zu Beginn der Industrialisierung womöglich kaum einer das heutige unwiederherstellbare Ausmaß des Verlustes an Artenvielfalt vorzustellen. In der Salon-Diskussion erinnert Wiesel an Christina von Brauns' Beitrag während einer Podiumsdiskussion: der Prozess der Erkenntnis über die Schuld an die Natur, die entstanden wäre seitdem der Mensch die Erde bestellt, würde überhaupt erst jetzt stattfinden.

Dazu zitiert Schmidt u.a. auch verschiedene Textpassagen aus dem „Naturvertrag“ von Michel Serres[15]. Serres, spricht von dem Menschen als Parasit, der die Welt als seinen Wirt soweit ausplündern würde, bis er seine eigene Lebensgrundlage vernichtet hat. „Der Parasit nimmt alles und gibt nichts; der Wirt gibt alles und nimmt nichts.[16] Dies entspräche dem Herrschafts- und Eigentumsrecht eines ausschließlichen Gesellschaftsvertrages. Dieser müsse durch einen „Naturvertrag“ mit einem „Symbiose-Recht“ ergänzt werden: „So viel die Natur dem Menschen gibt, so viel muss der Mensch ihr, die jetzt Rechtssubjekt geworden ist, zurückerstatten."[17] Der Natur als ein Rechtssubjekt wird ein Recht zugesprochen, ein Stimm- und Mitspracherecht. In der Salon-Debatte wird nun der Philosoph Akeel Bilgrami erwähnt, der sich fragte wie lange es wohl dauern wird bis es zu einem Stimmrecht der Natur kommt, hätte es doch so viele Jahrhunderte gedauert bis diverse Menschengruppen ihre Stimme bekommen hätten. Dazu wurde kritisch vermerkt, dass wir ja die Anforderungen der Natur gar nicht kennen würden, geschweige denn welche Modalitäten des Austausches überhaupt denkbar wären. Die Natur hätte dagegen ganz ausgeklügelte Austauschsysteme, die uns vielleicht anregen könnten diesen Austausch nicht nur kognitiv anzugehen. Zum Beispiel gäbe es Baumwurzeln, die sich bei einem Befall von Parasiten chemisch untereinander ‚warnen’ würden. Auch Serres fragt sich wie das Reziprozität-Prinzips eines „Symbiose-Rechts“ zwischen Mensch und Natur umzusetzen sei: „Was geben wir beispielsweise den Gegenständen unserer Wissenschaft zurück, von denen wir uns unsere Erkenntnis nehmen? Was der Landwirt früherer Zeiten der Erde, der er mit seiner Arbeit Früchte entriss, schuldete, das erstattete er ihr durch die Schönheit seiner Pflege zurück. Was sollen wir der Welt zurückgeben? Was sollen wir ins Programm der Rückerstattungen schreiben?[18]

Das etwas getan werden müsse, darüber schienen sich alle in der Salon-Runde einig zu sein, denn das Raumschiff Erde hätte eben keinen Notausgang[19]. Und als Mittelschicht-Europäer wären wir alle Opfer und Täter zugleich. Wir könnten vor dem Klimawandel nicht fliehen und seien dadurch gezwungen politischer zu werden, strategische Interessen zu gemeinsamen Zielen zu führen. Dabei fiel auch Dipesh Chakrabarty’s Geschichtsauffassung. Chakrabarty glaube die Trennung von Naturgeschichte und Menschheitsgeschichte würde durch den Klimawandel aufgehoben. Dies wäre auch die Chance für die Entwicklung einer neuen Kollektivität. Denn es ginge um das Überleben der Spezies. Auf der Podiumsdiskussion hatte er gefordert, weiterhin für Gemeinwohl und Gerechtigkeit zu kämpfen – allerdings aus der Perspektive des Menschen als ein Teil des Ganzen im steten Austausch mit der Natur.

Nun wollen wir zu einer der Ausgangsfragen des Artikels zurückkommen: was könnten wir von dieser aus der Geologie entfachten und in dem HKW präsentierten Diskussion für unseren Alltag mitnehmen? Zum einen das Bewusstsein darüber, dass es immer mehr offene Formate gibt, die es jedem Interessierten ermöglichen naturwissenschaftliche Recherchen mit zu verfolgen, wie hier die Entwicklung eines naturwissenschaftlichen Begriffs stillschweigend zu verfolgen oder aktiv zu hinterfragen. Jeder kann in der HKW-Podiumsdiskussion eine Publikumsfrage, beispielsweise aus einer künstlerischen oder sozial-ökologischen Perspektive, an Geologen stellen oder als Kommentare in die ZEIT-Online eigene Kenntnisse veröffentlichen. Insgesamt jedoch erscheint seitens der Projektleitung die Gestaltung eines „offenen Beteiligungprozesses“ am HKW-Forschungsprojekt „Anthropozähn“ eher unbedacht. De facto, kommt sie über die Beteiligungstiefe klassischer Konferenzformate nicht hinaus. Möglicherweise ist ja eine Ebene der Konsultation oder Mitgestaltung eines Forschungsprozesses, die über das Informieren bzw. Hinterfragen hinausgeht, dann doch nicht erwünscht.

Zum anderen verweist das Salon-Gespräch auf den Bedarf nach neuen Austausch-Formaten, die es ermöglichen die unüberschaubare Überfülle an Themen, die während der Eröffnung des „Anthropozän-Projekts“ zur Sprache kamen, in einem anschließenden Dialog weiterzuspinnen. Die Informationsflut solcher Mammut-Veranstaltungen können für angehende aber auch erfahrene ‚Science Citizens’, Forschungsbürger, abschreckend wirken. Positiv zu vermerken ist allerdings die Möglichkeit auf der Website der HKW, sämtliche Veranstaltungen wieder abzuhören. Allerdings wurden die Fragen und Kommentare des anwesenden Publikums nicht aufgenommen noch auf jegliche andere Art und Weise zugänglich gemacht, beispielsweise indem es eine Kommentarfunktion zu den einzelnen online gestellten Diskussionspodien gäbe.

Mit einer ähnlich inhaltlichen Überfülle[20] wie die Eröffnungsveranstaltung im Januar wurde auch die erste Ausstellung im Rahmen des „Anthropozän-Projekts“ gestaltet, die am 25. April eröffnet wurde. In „The Whole Earth. Kalifornia und das Verschwinden des Aussen“ wird der „Whole Earth Catalog“ inszeniert, der 1968 von Stewart Brand gegründet wurde und bis 1972 regelmäßig erschien. Der Katalog wollte den Grassroot-Bewegungen seiner Zeit Werkzeuge und Fähigkeiten geben, damit „jeder Einzelne sich selbst bilden, seine eigene Inspiration finden und seine eigene Umgebung prägen könne“[21]. Die Ausstellungmacher erklären zur Eröffnung, es würden die Grenzen zweier Utopien aufgezeigt – die technophile Computerkultur und die idealistische Flower-Power-Kultur, die damals in Kalifornien einander befruchteten. Es ginge darum „wie diese horizontalen Grenzen des amerikanischen Horizonts zu kreisförmig globalen Bewegungen gekommen wären“, gemeint ist wohl wie sich der amerikanische (Fortschritts-)Traum auf die angehenden Umweltbewegungen und Netzwerk-Kulturen niederschlugen. Ein erneuter Versuch die westliche Perspektive auf den „Blauen Planeten“ als globale universelle Bewegung darzustellen? Zumindest gibt der Titel des Catalogs „The Whole Earth“ und des Catalog-Artikels von Brand „We are as Gods“[22] diese Anmutung. Dem Ausstellungsraum gelang es leider nicht die Atmosphäre dieser Aufbruchsstimmung zu kommunizieren und vermittelte durch die vielen Leseangebote eher das angestrengte Gefühl mitten im „Whole Earth Catalog“ zu stehen. Auch die auf Messebauteile installierten Text- und Bildtafeln ließen die Ausstellungschoreographie eher kleinteilig und überfüllt wirken. Immerhin gab es bei der Eröffnung auch einen Chor, der mit Liedern der 70iger die Besucher sichtlich aufheiterte.

Bleibt die Frage welchen Beitrag die These des „Anthropozäns“ für eine zukünftig nachhaltiger agierende Gesellschaft zu leisten vermag. Dafür schlug der Wissenschaftshistoriker Jürgen Renn vor eine neue Forschungsagenda zu entwickeln. Das macht neugierig. Denn der gesellschaftliche „Mehrwert“ der Anthropozän-Hypothese bewegt sich zwischen einem großen Spannungsbogen: Zu einem geht er von einem anthropozentrisch geleiteten Weltbild aus, da er das menschliche Tun und seine Folgen in den Mittelpunkt stellt. Zum anderen postuliert er den Anspruch, die gesellschaftliche Narrative der Trennung von Natur und Kultur zu überwinden und Verantwortung für die sozial-politischen Konsequenzen dieser historischen Narrative zu übernehmen.

Zweifelsohne ist der Anthropozän bereits in die wissenschaftlichen Beratungsgremien der Politik eingegangen, wie es ein kürzlich gehaltener Beitrag der Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU, Dr. Inge Paulini, während der Tagung „Konsequenzen aus dem Bericht der Enquete-Komission Wachstum, Wohlstand, Lenbensqualität“[23] beweist. Das Zeitalter des Anthropozäns seit der industriellen Revolution würde das politische Handlungsfeld grundlegend verändern, und mache "eine Transformation zur klimaverträglichen, nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Gesellschaft dringend notwendig". Ob die These des Anthropozäns eine zukunftsweisende Rolle erfüllen kann und die Politik gewillt sein wird diese zu berücksichtigen, wird sich noch zeigen. Es bleibt spannend.

5. Das Anthropozän-Projekt. Eine Eröffnung. Detailliertes Programmheft, S. 2 (Stand: 10.03.2013):
6. Im Gespräch (10.01.2013) mit Jan Zalasiewicz, Leiter der Subcommission on Quaternary Stratigraphy.
7. Ulrich Schnabel. Wir Weltgärtner. In dieser Woche wird in Berlin eine neue erdgeschichtliche Epoche eingeläutet: Das Anthropozän. Der Begriff soll unser Denken verändern. Ein Gespräch mit dem Geobiologen Reinhold Leinfelder. DIE ZEIT, 10.01.2013, Nr. 3. (Stand: 16.03.2013).
8. Paul J. Crutzen, Christian Schwägerl. "Living in the Anthropocene: Toward a New Global Ethos." 24.01.2011. (Stand: 10.03.2013).
9. "Natürlich haben wir recherchiert. Der Begriff Anthropozän (Anthropocene) stammt tatsächlich von Paul Crutzen und wurde von Paul Crutzen und Eugene Stoermer (2000) in einem Newsletter publiziert. Anthropozän bezeichnet geochronologisch eine Epoche. Das erscheint plausibel. Stoppani, der übrigens von Crutzen, Leinfelder und anderen in vielen Arbeiten als Ideengeber erwähnt wird, sprach 1873 von der anthropozoischen Ära (was in Kurzform also das ,Anthropozoikum' wäre). Damit wäre die Menschenzeit dann aber gleich eine ganze geologische Ära geworden, auf einer Ebene mit dem Paläozoikum, Mesozoikum oder Känozoikum. Das wäre dann vermutlich doch etwas zuviel der Ehre des Einflusses des Menschen, denn ob die Menschenzeit wirklich, wie eben das Paläozoikum, Mesozoikum oder Känozoikum über 66 Millionen (Känozoikum), 190 Millionen (Mesozoikum) oder 290 Millionen Jahre (Paläozoikum) anhalten könnte, erscheint doch sehr fraglich. Die deutsche Wikipedia-Seite ist übrigens (mit Stand 12.1. 10 Uhr) diesbezüglich einfach falsch.“ Schnabel, op.cit.
10. Erst Crutzen betonte die große Zweiteilung des (bisherigen) Holozäns in einen zwar regional vom Menschen beeinflussten Zeitraum (Holozän p.p.) und einen jüngsten Teil (ab ca. 1800), der global stark vom Menschen mitgeprägt wurde und wird, dem ,Anthropozän'. Damit hat er m.E. die richtige geochronologische Hierarchieebene gewählt und den tatsächlichen Unterschied zwischen beiden Einheiten herausgearbeitet. ,Anthropogene' wäre nur eine Umbenennung des bisherigen Quartärs. ,Anthropozoikum' würde dem Menschen eine unvorhersagbar hohe Bedeutung als erdsystem-dominante soziale Spezies geben, die über viele Zehner, wenn nicht gar Hunderte von Millionen Jahren anhalten würde, das wäre unrealistisch, außerdem würde die Untergrenze wiederum mit der Untergrenze des Quartärs zusammenfallen, der Begriff hätte also wiederum nur ,deklaratorischen' Charakter. ,Anthropozän' jedoch betont die wesentlichen Unterschiede zwischen der natürlichen globalen Umweltstabilität der nacheiszeitlichen Warmzeit, deren Zuverlässigkeit Grundlage für den Aufbau aller bisherigen gesellschaftlichen Nutzungsstrukturen (Ackerbau, Viehzucht, Städtebau, Handel mit Infrastrukturen) war, und des Anthropozäns, in der das Erdsystem global maßgeblich vom Menschen mitgestaltet wird.
(…) „Es war Paul Crutzen, der das Potenzial des Begriffes Anthropozän / Anthropocene als neue känozoische Epoche tatsächlich erfasste. Eugene Stoermer ließ sich von ihm überzeugen und publizierte mit Paul Crutzen im Jahr 2000 den ersten formalisierten Vorschlag. Allerdings wurde erst in der Nature-Arbeit Paul Crutzens aus dem Jahr 2002 das Konzept zum ersten Mal geschärft. “Anthropozän - die Diskussion: Begriffsherkunft, Weltbild, Herausforderungen" Blogeintrag vom 21.01.2013. (Stand: 16.03.2013)
11. Diskussion mit Christina von Braun (Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin), Aldo Haesler (Département de sociologie, Université de Caen), Paulo Tavares (Department of Visual Cultures, Goldsmiths, University of London). Moderation: Doris Akrap (Redakteurin bei der tageszeitung).
12. Gesetz über die Forsten und die Wildpflanzen (Gesetz Nr. 21.147). Siehe auch: „Política Nacional Forestal y de Fauna Silvestre“, Ministerio de Agricultura. Propuesta preliminar, diciembre 2012. (Stand: 16.03.2013).
13. „Im peruanischen Amazonasgebiet verfügen indigene Gemeinschaften über zwölf Millionen Hektar an titulierten Landflächen. Hinzu kommen weitere Gebiete für so genannte territoriale und kommunale Reserven. Auch wenn es immer wieder Probleme mit dem Prozess der Vergabe von Landtiteln gab und gibt: Der zentrale Konfliktpunkt ist ein anderer. Die im Boden lagernden Rohstoffe wie Erdöl und Mineralerze und auch der Waldbestand und dessen Holzressourcen gehören per Verfassung dem peruanischen Staat. Erkundung und Abbau dieser Rohstoffe sollen in erster Linie transnationale Konzerne leisten. Der Staat vergibt dafür Konzessionen. Diese überlagern jedoch zu einem großen Teil das titulierte Landeigentum und die Territorien indigener Völker und Gemeinschaften.“ Link: http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/3846.html (Stand: 16.03.2013).
14. Karl, Polanyi. „The Great Transformation. Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen“, übersetzt von Heinrich Jelinek. Europaverlag, Wien 1977.
15. Michel Serres, Le contrat naturel. Paris, Bourin (dt. Ausg.: Der Naturvertrag. Frankfurt/M., Suhrkamp, 1994).
16. Michel Serres, op.cit., S. 69.
17. ebenda.
18. ebenda.
19. „Das Raumschiff Erde hat keinen Notausgang. Energie und Politik im Anthropozän.“ Paul J. Crutzen, Mike Davis, Michael D. Mstrandrea, Peter Sloterdijk u. a., Suhrkamp Verlag, Edition Unseld, 2011.
20. Mit Arbeiten von Ant Farm, Eleanor Antin, Martin Beck, Erik Bulatov, Angela Bulloch, Öyvind Fahlström, Jack Goldstein, Nancy Holt und Robert Smithson, Philipp Lachenmann, David Lamelas, Sharon Lockhart, Adrian Piper, Robert Rauschenberg, Josef Strau, Suzanne Treister, Bruce Yonemoto und anderen.
21. "We are as gods and might as well get good at it. So far remotely done power and glory - as via government, big business, formal education, church - has succeeded to the point where the gross defects obscure actual gain. In response to this dilemma and to these gains a realm of intimate, person power is developing - power of the individual to conduct his own education, find his own inspiration, shape his own environment, and share his adventure with whoever is interested. Tools that aid this process are sought and promoted by the WHOLE EARTH CATALOG." How it worked , (Stand: 26.04.2013)
22. Founder Stewart Brand, in his 1968 CATALOG article, "We are as gods" said, "At a time when the New Left was calling for grass-roots political (i.e., referred) power, Whole Earth eschewed politics and pushed grassroots direct power—tools and skills. At a time when New Age hippies were deploring the intellectual world of arid abstractions, Whole Earth pushed science, intellectual endeavor, and new technology as well as old. As a result, when the most empowering tool of the century came along—personal computers (resisted by the New Left and despised by the New Age)—Whole Earth was in the thick of the development from the beginning." (Stand 26.04.2013)
23. Tagung des DNR zu den „Konsequenzen aus dem Bericht der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität. Ein Vorbild für Europa?“ in der Vertretung der EU-Kommission, Berlin, 24. April 2013.

stella veciana

Autorin: Dr. Stella Veciana - Studium der Experimentellen Kunst an der UdK Berlin, Computer Arts an der School of Visual Arts in New York und Kulturpolitik&Management an der Universitat Barcelona. Gastprofessur an der Fakultät der Bildenden Künste in Barcelona und Autorin von Online-Mastermodulen beim Postgraduierten Institut von Madrid. 2004 Promotion mit dem Titel "Research Arts: die Schnittstelle Kunst, Wissenschaft und Technologie als Wissens- und Handlungsfeld" an der Universität Barcelona. mehr

 

DAS ARCHIV PROJEKTE und THEMEN des Bereiches "Forschen" 2013

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DAS THEMA DES MONATS (Jan/Apr 2013): "Eine Forschungsagenda an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft?" Vom Forschungsagenda-Pionier Stephen Wilson zum SEAD-Netzwerk. Stella Veciana - Ein kurzer Einblick in die Forschungsagenda der "Information Arts" von Stephen Wilson und in die Weißbuch-Ausschreibung der SEAD, die einem neuen Forschungsplan auf der Spur ist, ansetzend an den Schnittstellen Wissenschaft, Technologie, Kunst & Design. mehr

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DAS PROJEKT DES MONATS (Mai/Aug 2013): "Das ganz Neue". Miriam Wiesel, Axel Schmidt. - Welche sind die Hintergründe des gegenwärtigen Energieregime-wechsels auf der Erde? Der 23. Kreuzberger Salon-Abend widmet sich der Hypothese des Übergangs des Zeitalters des Holozäns zu dem des Anthropozäns. Bezugspunkt ist die Eröffnung der "Anthropozän-Projekts" im Haus der Kulturen der Welt Berlin. Der Kreuzberger Salon wurde von Miriam Wisel und Axel Schmidt 2010 gegründet und trifft sich monatlich, um über das Themenfeld Stadt >< Land zu diskutieren. mehr

DAS THEMA DES MONATS (Mai/Aug 2013): "Der Mensch im Mittelpunkt: Geologen spekulieren mit einem 'menschlich Neu gemachten' Zeitalter und das Haus der Kulturen der Welt mit einer neuen Forschungsagenda. Stella Veciana. - Hat eine neues "Menschenzeitalter" begonnen und wenn ja, welche globale Konsequenzen sind dadurch zu erwarten? Seit Januar 2013 werden im HKW die ethischen, ästhetischen, politischen und ökonomischen Dimensionen des Anthropozäns diskutiert. Eine Reflexion darüber, was wir von dieser aus der Geologie entfachten Diskussion für unseren Alltag mitnehmen können bzw. welchen Beitrag diese These für eine nachhaltig orientierte Gesellschaft zu leisten vermag. mehr

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