RESEARCH ARTS
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FORSCHEN - darüber, wie wir leben wollen und wie wir zusammen leben wollen. Wir leben in einer Welt in der die Wissenschaft immer mehr Einfluss auf öffentliche Meinung und politische Entscheidungen nimmt. Was können künstlerisch-wissenschaftliche Ansätze zu nachhaltigen Fragestellungen und Handlungsfeldern beitragen? Sie wollen das PROJEKT DES MONATS werden? So funktioniert's! >>

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DAS THEMA DES MONATS (Jan/Jun 2016): »Gemeinschaftsforschung zum Mitmachen!« (German)

 

 


Forschung zum Mitmachen

Stationen im Dragon Dreaming Prozess zur Gründung des Forschungsinstituts. Foto: Stella Veciana.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Forschung zum Mitmachen

Stationen des Dragon Dreaming Prozesses mit Christoph Strünke, Sancho Federlein, Stella Veciana, Christiane Kliemann, Julia Kommerel und Jutta Walter (von rechts nach links). Foto: Fred Westermann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Forschung zum Mitmachen

Stationen des Dragon Dreaming Prozesses, den Julia Kommerel und Ita Gabert anleiteten. Foto: Stella Veciana.

 

 

»Gemeinschaftsforschung zum Mitmachen!«
Christoph Strünke und Stella Veciana


Ein neuer Forschungsgeist belebt das Ökodorf Sieben Linden: Forschung zum Mitmachen! Bisher wurde das Ökodorf von Akademiker/innen für ihre Forschungsarbeiten untersucht, nun forschen Ökodorfbewohner/innen selber mit. Sieben Linden ist gegenwärtig an sechs unterschiedlichen Forschungsprojekten in den Bereichen Klimaschutz, nachhaltige Ernährung, Wissenschaft und Verantwortung, Erneuerbare Energien und nachhaltigem Bauen beteiligt. Aber damit ist nicht genug: die Gründung eines neuen Forschungsinstituts für und mit intentionalen Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum ist geplant. Zwar gibt es deutschlandweit viele Forschungsinstitute, die auch an Universitäten angegliedert sind, aber nur sehr wenige, die sich der Forschung mit und für Gemeinschaften widmen.

Initiatioren des Projekts sind Stella Veciana und Christoph Strünke. Veciana hat ihren Wunsch der Gründung eines Forschungsinstituts nach Sieben Linden mitgebracht. Es soll die Partizipation von den „Pionieren des Wandels“ in Forschungsprojekten und Forschungspolitik ermöglichen. Die Idee entstand während sie ihre Doktorarbeit (Universität Barcelona, 2004) schrieb und sie entwickelte diese in verschiedenen Forschungskontexten weiter, u.a. während sie für die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungs-wende arbeitete oder für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ ein praxisnahes Handbuch für eine partizipative und nachhaltigkeitsorientierte Forschung schrieb.

Für Strünke, ist die Gründung eines Forschungsinstitut eine Weiterentwicklung dessen, was ihn seit mindestens zehn Jahren begleitet und es ist für ihn persönlich eine neue Ausrichtung „in die Welt hinein“, nachdem er zehn Jahre im Ökodorf als Geschäftsführer der Siedlungsgenossenschaft gearbeitet hat. Denn er ist seit einigen Jahren die Ansprechperson für Forschungsarbeiten über das Ökodorf. Zumeist waren das Student/innen, die über das Ökodorf schreiben wollten.

Zum Planungsprozess (Dragon-Dreaming) des Forschungsinstituts hat sich ein kleines Forschungsteam zusammengefunden, um die Ziele konkreter zu formulieren und die nächsten Schritte zu planen.

Bisher sind über 30 Projekt-, Diplom-, Bachelor-, Masterarbeiten und zwei Doktorandenarbeiten an Universitäten, Forschungsinstituten und Ministerien aus ganz Deutschland  (Bayreuth, Berlin, Bremen, Bonn, Chemnitz, Dresden, Eberswalde, Kassel, Halle, Hamburg-Harburg, Freiburg, Hannover, Hildesheim, Jena, Kassel, Konstanz, Leipzig, Lüneburg, Münster, MURL, Oldenburg, Trier) und darüber hinaus (Dänemark, Österreich, Schweden, Schweiz, USA) geschrieben worden.

Die regen Forschungsanfragen sind immer wieder sehr spannend, jedoch die Forschungsarbeiten selbst zumeist eher von Interesse für die wissenschaftliche Welt und weniger für die Gemeinschaft. Dies lag bisher zum einen daran, dass Fragestellungen z.B. von Bachelorarbeiten notwendigerweise inhaltlich begrenzt sind und zum anderen, dass die Forschungsbedarfe des Ökodorfs nicht im Mittelpunkt standen. Daher waren sie für Sieben Linden selbst nicht so praxisrelevant und haben leider in Deutschland noch darüber hinaus keine starke öffentliche Breitenwirkung in Bezug auf eine ökologische, ökonomische und soziale und kulturell gelebte Nachhaltigkeit erzielt.

Der Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU lässt den „Pionieren des Wandels" eine besondere Bedeutung für die Transformation der Gesellschaft zukommen (Hauptgutachten Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, 2011). Vor diesem Hintergrund soll mit der Gründung eines neuen Forschungsinstituts für und mit intentionalen Gemeinschaften einen entsprechenden Schritt weiter gegangen werden:

Das Forschungsinstitut soll die Kenntnisse und das Erfahrungswissen der „Pioniere des Wandels“ zu einer größeren gesellschaftlichen Breitenwirkung verhelfen und ein Praxisfeld für eine nachhaltigkeitsorientierte partizipative Forschung bereitstellen. Dabei wird sich das Institut nicht nur auf das Ökodorf Sieben Linden, sondern auf den gesamten deutschsprachigen Raum beziehen. Dazu sind wir im Gespräch mit Mitgliedern aus anderen Gemeinschaften bzw. Netzwerken wie Ina Meyer-Stoll und Achim Ecker vom ZEGG; Thomas Waldhubel vom Schloss Tempelhof und Kariin Ottmeier von GEN-Deutschland sowie Wissenschaftler/innen aus verschiedenen Forschungseinrichtungen wie Dr. Iris Kunze von der University of Natural Resources and Life Sciences BOKU und Dr. Matthias Grundmann der Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.

Diese neue Ausrichtung hat bereits Anklang in den verschiedensten Forschungsbereichen gefunden. Seit 2015 hat sich die Beteiligung des Ökodorf Sieben Linden an unterschiedlichen Forschungsprojekten vervielfacht und besteht in den Bereichen Klimaschonung, nachhaltige Ernährung, Wissenschaft und Verantwortung, Erneuerbare Energien und nachhaltigem Bauen.

  • COSIMA (2015-2017): Analyse sozialer Praktiken zur Klimaschonung in gemeinschaftsorientierten Nachhaltigkeitsinitiativen; mit Workshop zu Nachhaltigkeitsaktivitäten im Ökodorf (Oktober 2015) und weiteren Workshops in 2016.
    Dieses Projekt läuft in Kooperation mit der Alpen-Adria Universität Klagenfurt (Institut für Soziale Ökologie) und verschiedene Projektpartner aus Deutschland und Österreich.

  • Klima-Citoyen (2013-2016):  Neue Rollen, Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten der Bürger in der Transformation des Energiesystems (Energie sparen, Vernetzung, Nutzungskreisläufe optimieren, Inspiration durch Ökodorfpraktiken, regionale Wertschöpfung in erneuerbaren Energieprojekten); dazu gab es u.a. einen Energie-Workshop im November 2015 im Ökodorf Sieben Linden und zwei weitere in Iden und Tangeln Anfang 2016 stattgefunden. Dieses Projekt läuft in Kooperation mit der Universität Saarland.

  • nascent (2015-2018): Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen. In Kooperation mit: Universität Oldenburg, Hochschule für angewandte Wissenschaften München und Anstiftung. In 2015 gab es einen ersten Workshop; für die nächsten Jahre sind u.a. weitere Workshops geplant.

  • Ökologischer Fußabdruck (2015-2016): Es gibt eine Studie aus 2004 (Datenerhebung in Kooperation mit der Universität Kassel; seit 2014 gibt es eine neue Datenerhebung in Kooperation mit Andrea Bocco (Polytechnische Universität Turin); diese wird voraussichtlich 2016 veröffentlicht.

  • Reflexive Responsibilisierung – Verantwortung für Nachhaltige Entwicklung (2015-2018): Das Forschungsprojekt basiert auf der Annahme, dass Top-Down-Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung in der Umsetzung vielfach an ihre Grenzen stoßen. Daher sollen nun lokal situierter Alltagspraktiken, Kommunikations- und Wissensformen als alternative Wege in die Nachhaltigkeit wie die des Ökodorf Sieben Linden sichtbar gemacht werden.
    In Kooperation mit: Universität Oldenburg (Fakultät Human- und Geisteswissenschaften) im Rahmen des Programms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ der Volkswagen Stiftung sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
    Auch hier gab es vor kurzem (November 2015) einen ersten Workshop in Oldenburg; die Form der weiteren Zusammenarbeit wird in den nächsten Monaten geklärt.

  • "StrawShip" Forschungsprojekt zu nachhaltigem Bauen (seit 2015 in Entwicklung): ökologisches Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen und mobiles Bauen mit nachhaltiger Energieversorgung. Dieses Projekt ist noch in der Entwicklungsphase.

Allerdings entsprechen auch die Themen dieser Forschungsprojekte tatsächlich nur teilweise die Fragestellungen von Sieben Linden. So sind z.B. die Projektleiter von „nascent“ v.a. daran interessiert, heraus zu finden, unter welchen Bedingungen eine lokal-ökologische Landwirtschaft transformativ werden kann, d.h. die herkömmliche Landwirtschaft ersetzen kann. Unsere Fragestellung richtet sich aber eher darauf, wie wir eine Bio-Gärtnerei ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig führen können mit einem hohen Grad an Selbstversorgung bei Anbau vieler Kulturen. Bezüglich der Weiterentwicklung unseres Gartens erhalten wir gerade eine Beratung von Burkhard Kayser, um unseren Garten wirtschaftlicher und gleichzeitig ökologisch nachhaltig zu entwickeln und wir hoffen, dass die Erkenntnisse auch über Sieben Linden hinaus interessant sind. Denn der Bio-Anbau in Deutschland „konventionalisiert“ sich immer mehr, z.B. durch immer mehr Importe aus Niedriglohnländern. In diesem Sinne trifft sich unser Interesse mit den Zielen von nascent, nur ist der Anwendungsbereich ein anderer.

In Sieben Linden sind weitere mögliche Forschungsthemen z.B. Kompost-Toiletten: wie kann ein architektonisch einfaches System entwickelt werden, das ästhetisch ansprechend ist, und auch die Urinstein-Problematik und die ungünstigen Auswirkungen des Trenntoilettensystems für die Abwasserentsorgung löst.

Ein anderes wichtiges Themenfeld sind die Optimierung von Nährstoff-Kreisläufen wie die Nutzung von Biomeiler, Biogas (als Kochgas), Terra Preta, Schredder; Versickerung Klarwasser, Nutzung Urin, bessere Nutzung des Kacke-Kompostes. Besonders relevant ist auch die Erforschung von lokaler Ökonomie und die Analyse von Geldkreisläufe, die beispielhaft für andere ländliche Strukturen sein könnten.

Von Bedeutung sind auch Forschungsthemen im Kulturbereich wie die Entwicklung einer neuen ruralen Schulbildung, einer öffentlichkeitswirksamen Nachhaltigkeitskommunikation oder der Einbezug von Wissens- und Erfahrungsformen aus der Gegenwartskunst, die durch innovative Beteiligungsformate eine Kultur der „Offenen Wissenschaft“ (Open Science) für eine Zusammenarbeit von Praktikern mit Akademikern und des „Freien Zugangs“ (Open Access) zu bereits veröffentlichten wissenschaftlichen Artikeln oder Daten, weiterentwickeln.

Auch im Zentrum für Experimentelle Gesellschaftsgestaltung ZEGG wurden mit den Gemeinschaftsbewohnern im Kontext eines von Stella Veciana entwickelten Reallabors in Kooperation mit der Leuphana Universität weiterer Forschungsbedarf für Gemeinschaften herausgearbeitet. Zu den Themen gehören u.a. wie eine regionale Kreislaufwirtschaft durch eine Stoffstromanalyse von Pyrolyse zu Terra Preta gelingen kann; wie eine finanzielle Altersversorgung in Gemeinschaften aussehen kann; wie sich Modelle gelebter Nachhaltigkeit in urbane Strukturen integrieren lassen; wie die Gemeinschaften durch die Entwicklung eines eigenen Studiengangs zur transformativen Nachhaltigkeitsforschung beitragen können oder welche Chancen / Herausforderung eine autarke Nahrungsmittelversorgung beinhaltet.

All diese Themen könnten unter vielen anderen bei entsprechender Finanzierung von dem Forschungsinstitut praxisnah angegangen werden. Da steht so einiges an und das Team freut sich über jede/r, die Lust auf Mitarbeit hat!

Bitte schreibt Eure Ideen und Impulse zum Forschungsinstitut an: forschung@siebenlinden.de

Weiterführende Links:

Struenke

Christoph Strünke - Studium der „Angewandten Kulturwissenschaften“ an der Universität Lüneburg; Seit 2002 lebt er im Ökodorf Sieben Linden und engagiert sich im Dorfaufbau in verschiedenen Bereichen. In der Zeit von 2004 bis 2014 war er
Geschäftsführer der Siedlungsgenossenschaft Ökodorf, der zentralen Dorf-Organisation. In dem Rahmen hat er auch genossenschaftliche ökologische Betriebe mit aufgebaut (Waldwirtschaft und Gartenbau). Seit über 10 Jahren ist er der
Ansprechpartner für Forschungsanfragen an das Ökodorf Sieben Linden. Seit 2008 unterrichtet Strünke u.a. an der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz ökologische Themen (z.B. Energie, Klimawandel, Landwirtschaft, Ernährung, Konsum,
nachhaltige Lebenswege) für Menschen, die einen ökologischen Freiwilligendienst machen (FöJler/innen) und für werdende Erzieher/innen.

stella veciana

Dr. Stella Veciana - Studium der Experimentellen Kunst an der Universität der Künste in Berlin, Computer Arts an der School of Visual Arts in New York und Kulturpolitik&Management an der Universität Barcelona. Gastprofessur an der Fakultät der Bildenden Künste in Barcelona und Autorin von Online-Mastermodulen beim Postgraduierten Institut von Madrid. 2004 Promotion mit dem Titel "Research Arts: die Schnittstelle Kunst, Wissenschaft und Technologie als Wissens- und Handlungsfeld" an der Universität Barcelona. mehr


DAS ARCHIV PROJEKTE und THEMEN des Bereiches FORSCHEN

2015

4 Dimensions of Sustainability

Juli 2015

DAS THEMA DES MONATS (Jul/Dez 2015): »Der Beitrag der intentionalen Gemeinschaften zu nachhaltigen Lebensweisen und zu einer nachhaltigkeitsorientierten Forschung«
Stella Veciana.

Weltweit sprießen immer mehr nachhaltigkeitsorientierte und selbstorganisierte Grassroot-Initiativen und Gemeinschaften aus dem Boden. Sie setzen sich für einen resilienten sozialen und ökologischen Wandel ein, stellen aber im globalen Kontext nach wie vor nur einen Nischenfaktor dar. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) weist diesen Pionieren des Wandels (oder „Change Agents“) ein großes strategisches Gewicht für eine Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu. Hier stellt sich jedoch die Frage, wie „diese vereinzelten Nischenakteure sektorenübergreifend eine „kritische Masse“ bilden können und darüber hinaus, ein „Gemeinschaftsgefühl kollektiver Selbstwirksamkeit erreicht und zu einer breiten sozialen Bewegung zusammenfließen könnte”. Die potentielle Wirkungskraft der akademisch-praktischen Zusammenarbeit für die Transformation zur Nachhaltigkeit ist enorm und erfährt durch vernetzende Organisationen wie das Global Ecovillage Network GEN strategische Impulse für die Politik, insbesondere die Forschungspolitik. mehr



Bottom-Up Geschichten

Januar 2015

DAS THEMA DES MONATS (Jan/Apr 2015): »Bottom-Up Geschichten nachhaltigkeitsorientierter partizipativer Forschung
Claudia Neubauer und Stella Veciana.

Das Arbeitspapier „Bottom-Up Geschichten der Zusammenarbeit nachhaltigkeitsorientierter Wissenschaft mit Zivilgesellschaft“ gibt Einblick in auswählte deutsche und europäische Projekte, die Wissenschaft mit und für die Gesellschaft gestalten.
Die Transformationen des Wissenschaftssystems unterliegen einer historischen Entwicklung, die u.a. aus dem Spannungsfeld zwischen dem akademisch-wissenschaftlichen und dem praktisch-(zivil)gesellschaftlichen Wissen hervorgehen. Um die Ausgestaltung und Orientierung von Wissenschaft und Forschungspolitik zukunftsfähig zu gestalten bedarf es mehr gemeinsamer Räume (Shared Spaces), in denen die Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in dialogischen Formaten gemeinsam Entscheidungen aushandeln. Diese shared spaces sind als Orte der Integration (Schneidewind, 2013; Bergmann, 2010) vielfältiger Wissensformen zu verstehen und benötigen ein entsprechend gutes Regelungssystem (good governance).
Es geht dabei nicht nur um den partizipativen Ansatz der Forschung, sondern auch um die Ausrichtung der gemeinsam durchgeführten Forschung im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung. Nicht jede partizipative Forschung fördert gleichzeitig oder automatisch auch Nachhaltigkeit oder das Gemeinwohl. Zugleich verdeutlichen die aufgeführten Beispiele auch die Schwierigkeiten, die alle aktiven Mitgestalter dieser Shared Spaces erfahren. mehr


2014

Workshop WIRKT
September 2014

DAS PROJEKT UND THEMA DES MONATS (Sep/Dez 2014):

Interdisziplinarität und Wissenstransfer in der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung
Welche Kontexte und Strategien erleichtern den Wissenstransfer? Welche Methoden und Evaluationssysteme für den interdisziplinären Wissenstransfer existieren bereits? Was für ein Wirtschaftsmodell und welche Werte stehen hinter kollektiver Wissensgenerierungsprozesse? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer des Workshops WIRKT: Interdisziplinarität und Wissenstransfer, unter der Leitung von Josep Perelló. Der Workshop fand in HANGAR (Barcelona) vom 9. bis 11. Juli im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Soft Control statt. Der Workshop ist auch eine Weiterentwicklung des Protokolls für interdisziplinäre Forschung des Workshops "Synergy: Theorie und interdisziplinäre Praxis", der in HANGAR im Sommer 2013 stattfand.

»Wissenstransfer, Kulturpolitik und Instrumente zur Förderung transdisziplinärer Forschungsgruppen« Tere Badia im Gespräch mit Stella Veciana.
Das Visual Art Centre HANGAR arbeitet daran eine Forschungsgemeinschaft an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft aufzubauen. In dem Interview spricht die Leiterin von HANGAR, Tere Badia, welche Rahmenbedingungen es dazu bedarf. mehr

»Soft Power. Ein Kulturprogramm zur Biotechnologie und zu Biopatente.« Maria ptqk.
Das Projekt hat Soft-Power versucht die Schnittstelle zwischen Biotechnologie und künstlerischen und kulturellen Praktiken zu untersuchen, sowie einen Raum für den Wissensaustausch und die öffentliche Debatte zu diesem Thema zu schaffen. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Ausdehnung der Bio-Patente gesetzt, was zu einer wachsenden Privatisierung der weltweit genetischen Ressourcen. Insbesondre, geht es um verschiedene Strategien, die von Künstlern und Aktivisten entwickelt wurden, um auf diese Entwicklung zu reagieren: offene Gen- und Bio-Datenbanken, Manifeste, öffentliche Lizenzen oder politische Instrumente wie die Commons oder der "gemeinsamen Erbe der Menschheit". In diesem Zusammenhang führen die indigenen und bio-zentrischen Konzepte der Pachamama oder Sumak Kawsay, eine Paradigmaverschiebung ein. bald mehr

ChallengeYasuni detail
May 2014

DAS PROJEKT DES MONATS (Mai/Aug 2014): »Konferenzen als Shared Spaces | Orte der Wissensintegration: Challenge YASUNI-ITT«
Stella Veciana
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Orte der Begegnung und des Austausches unterschiedlicher Expertisen und Wissensformen sind Konferenzen. In diesen bewegen sich jedoch zumeist mehr oder weniger geschlossene Wissenschafts- und Expertenkreisen, die einer Dimension der Wissensintegration mit praktischem und angewandten Wissen nicht gerecht werden. Wie könnte ein shared space, als ein Ort der Integration verschiedener Wissensformen und ein Ort der Begegnung für Vielfalt und Komplementarität neu gestaltet werden?

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Januar 2014

DAS PROJEKT DES MONATS (Jan/Apr 2014): »WHY CULTURE MATTERSSteffi Ober.
Um eine gemeinsame Vorstellung davon zu entwickeln, wie eine nachhaltige Zukunft aussehen kann, nutzen die Nachhaltigkeitswissenschaften inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze - ausgehend von der Erkenntnis, dass die Welt zu komplex, dass nur, wenn die Disziplinen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Politik und Zivilgesellschaft in einander greifen, das „vernünftige Ganze“ aufscheinen und handlungsleitend werden kann. Dazu bedarf es einer neuen Kultur in den etablierten Wissenschaftsorganisationen von der Deutschen Forschungsgesellschaft bis zum Bundesministerium für Forschung und Bildung. Transdisziplinäre Ansätze finden sich dort in der Entwicklung von Forschungsprogrammen, Begutachtung von Forschungsergebnissen, der Suche nach den geeigneten Projekten selte
n bis nie.

»Plädoyer für eine Kultur der Kommunikation und der Selbstreflektion in der WissenschaftStella Veciana.
Wie kann eine Kultur der Selbstreflektion in die etablierten Wissenschaftsorganisationen eingeführt und eine wechselseitige Kommunikationskultur zwischen Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt werden? mehr

2013

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DAS THEMA DES MONATS (Jan/Apr 2013): »Eine Forschungsagenda an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft?« Vom Forschungsagenda-Pionier Stephen Wilson zum SEAD-Netzwerk. Stella Veciana - Ein kurzer Einblick in die Forschungsagenda der »Information Arts« von Stephen Wilson und in die Weißbuch-Ausschreibung der SEAD, die einem neuen Forschungsplan auf der Spur ist, ansetzend an den Schnittstellen Wissenschaft, Technologie, Kunst & Design. mehr

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DAS PROJEKT DES MONATS (Mai/Aug 2013): »Das ganz Neue«. Miriam Wiesel, Axel Schmidt. - Welche sind die Hintergründe des gegenwärtigen Energieregime-wechsels auf der Erde? Der 23. Kreuzberger Salon-Abend widmet sich der Hypothese des Übergangs des Zeitalters des Holozäns zu dem des Anthropozäns. Bezugspunkt ist die Eröffnung der »Anthropozän-Projekts« im Haus der Kulturen der Welt Berlin. Der Kreuzberger Salon wurde von Miriam Wisel und Axel Schmidt 2010 gegründet und trifft sich monatlich, um über das Themenfeld Stadt >< Land zu diskutieren. mehr

DAS THEMA DES MONATS (Mai/Aug 2013): »Der Mensch im Mittelpunkt: Geologen spekulieren mit einem 'menschlich Neu gemachten' Zeitalter und das Haus der Kulturen der Welt mit einer neuen Forschungsagenda.« Stella Veciana. - Hat eine neues "Menschenzeitalter" begonnen und wenn ja, welche globale Konsequenzen sind dadurch zu erwarten? Seit Januar 2013 werden im HKW die ethischen, ästhetischen, politischen und ökonomischen Dimensionen des Anthropozäns diskutiert. Eine Reflexion darüber, was wir von dieser aus der Geologie entfachten Diskussion für unseren Alltag mitnehmen können bzw. welchen Beitrag diese These für eine nachhaltig orientierte Gesellschaft zu leisten vermag. mehr

DAS PROJEKT UND THEMA DES MONATS (Sep/Dez 2013):

Inter- und Transdisziplinarität: treibende Synergien in gemeinsamen Forschungsprojekten der Kunst und Wissenschaft
Wie können wir mit den Herausforderungen inter-und transdisziplinärer Forschung umgehen? Genau diese Frage stellten sich die Teilnehmer des Workshops Synergy: Interdisziplinäre Praxis und Theorie, unter der Leitung von Simon Penny, Roc Parés und Mara Balestrini. Der Workshop fand in HANGAR (Barcelona) vom 28. bis 30. Juni im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Soft Control statt. In diesem Bereich der Research Arts Plattform werden eine Reihe von Artikeln über Interdisziplinarität von den Teilnehmern und Leitern des Workshops vorgestellt.

»Was meinen wir mit Interdisziplinarität und warum machen wir uns darüber Gedanken?«
Simon Penny.
Interdisziplinarität ist ein Thema, das rund um Pädagogik und Forschung kreist; es ist modisch geworden und wird als Quelle von Innovation gelobt. Leider wird der Begriff häufig in Initiativen genutzt, die den Begriff nur in begrenzter oder sogar kontra-produktiver Art und Weise nutzen. Die erste Frage, die bei einem solchen Vorhaben daher gefragt werden muss, ist, warum und zu welchem Zweck der Begriff eigesetzt wird. (English) mehr

»
Ein Physiker, ein Soziologe und ein Künstler kommen in eine Bar... - was kann Humor in den verschiedenen Typologien interdisziplinärer Projekte bewirken?« Swen Seebach.
Der kommende Beitrag wird sich mit vier verschiedenen Formen der Interdisziplinarität (hierarchischer, symmetrischer, kollaborierender, und individueller Interdisziplinarität) auseinandersetzen. Die Basis dieser Reflektion über Interdisziplinarität sind die empirischen Beobachtungen an dem interdisziplinären Workshop Synergy, der in HANGAR (Barcelona) im Juli 2013 im Rahmen eines europageförderten Projektes Soft Control stattfand. mehr

»Die kulturelle Bedeutung der Interdisziplinarität im Kontext einer unnachhaltigen technisierten hyper-konsumorientierten Gesellschaft.« Roc Parés.
Wir leben in einer Zeit, in der kulturelle Praxen durch die Marktwirtschaft und mit Zustimmung öffentlicher Institutionen der Gesellschaft systematisch entzogen werden. Kunst und Wissenschaft sind entführt worden und werden der Gesellschaft in Form von konsumierbaren Geräten und militärischen Maschinenerzeugnisse zurückgegeben. (English) mehr

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